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 Posted Saturday, June 3, 2000


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At the dawn of the 21st Century, Germany still pursues its uneasy search for free speech, imprisoning editors with politically incorrect views.

 

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Sechs Monate Haft - Wofür soll ich eingesperrt werden?

Berlin, den 2. Juni 2000

Andreas Röhler schreibt: Im Schlußwort vor meiner Verurteilung durch Richterin Brinkmann am 6. April zu sechs Monaten Haft "wegen Volksverhetzung" habe ich auf zwei Dinge hingewiesen:

Die Vorstellung des Staatsanwalts, es gäbe unter Historikern und den geschichtlich Interessierten die sogenannten Revisionisten auf der einen Seite, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gelte, auf der anderen Seite aber die "guten" Historiker, die alles beim Alten lassen, ist ein Hirngespinst.

Die Geschichtsschreibung hat, soweit sie mit wissenschaftlichem Anspruch betrieben wird, mit allen anderen Wissenschaften gemein, ihre Ergebnisse und Arbeitsgrundlagen immer wieder in Frage zu stellen, einer Revision zu unterziehen. Der Tatsachencharakter aller Feststellungen, z. B. zum Atommodell, zum Wesen der Elektrizität usw. ist unter diesem Aspekt zu sehen. Es gibt bei genauerem Hinsehen praktisch überhaupt keine unumstößlichen Tatsachen; alles unterliegt dem Vorbehalt weiterer Überprüfung und neuerer Erkenntnis.

Wissend, daß dieser Grundzug wissenschaftlicher Arbeit durch eine Gesetzgebung, die das richtige Urteil per Strafgesetz schützt und ein Fehlurteil, nämlich Verharmlosen, unter Strafe stellt, berührt wird, habe ich Schriften, die sich mit Themen befassen, zu denen politisch motivierte Strafprozesse bereits geführt wurden, nicht öffentlich verbreitet, sondern nur zu schriftlich erklärtem wissenschaftlichen oder beruflichen Gebrauch abgegeben und aufbewahrt.

Das Gericht hat die vorliegenden Erklärungen der Empfänger solcher Schriften ignoriert, als Beweismittel meiner Sorgsamkeit nicht zugelassen und ist den frei erfundenen Behauptungen des Staatsanwalts gefolgt, ich hätte diese Schriften - 18 Stück an der Zahl - verbreiten wollen. Der Hinweis, es würden in diesen Schriften lediglich die Rolle bestimmter Hinrichtungstechniken in einem Geschehen in Frage gestellt, keineswegs aber der Massenmord als solcher, half nicht.

Auch daß eine Reihe anerkannter jüdisch-amerikanischer Forscher (da doch angeblich die jüdische Minderheit durch derartige Prozesse geschützt werden soll) die selben Positionen vertritt, die in Deutschland strafbar sein sollen, ließ das Gericht unbeeindruckt. Noam Chomskys Ausführungen als Bekräftigung meiner Rechtsposition wurden in zentralen Teilen ebenso wenig zugelassen wie die Feststellungen Arno J. Mayers in "Der Krieg als Kreuzzug" (Orig.: "Why did the Heavens not Darken? The 'Final Solution' in History").

Das Verfahren war von elementaren Verletzungen der Strafprozeßordnung, des Landespressegesetzes und des Grundgesetzes begleitet, worauf der Verteidiger Carsten Schrank in einem beeindruckenden Plädoyer vergeblich hinwies.

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Zeitschrift fuer Kultur, Geschichte und Politik, Sleipnir im Verlag der Freunde, Andreas Roehler (V.i.S.d.P.), Postfach 350264, 10211 Berlin, Tel./Fax: (49/0/30)-42857835 und -6927863 eMail: sleipnir_verlag@gmx.net; http://neptune.spaceports.com/~sleipnir or http://www.freespeech.org/sleipnir/

 

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