Freie
PresseFreiberg, Saxony, Germany, Freitag, 25. Januar
2008
Autor
David Irving mit Werken rechtsextremer Verlage in
Mittweida und Freiberg präsent Braunes
Gedankengut in Bibliotheken entdeckt Von Gregor Tschung Mittweida/Freiberg. Ausgerechnet
in Mittweida, ausgerechnet in der Stadt, die sich
aktiv dem Kampf gegen die rechtsextreme Szene
verschrieben hat, gerät nun die
Stadtbibliothek ins Zwielicht. Denn nach Recherchen
der "Freien Presse" hat die Einrichtung gleich
mehrere Bücher des
verurteilten
Holocaust-Leugners David
Irving (nicht zu verwechseln mit dem
amerikanischen Erfolgsautor John Irving) in ihrem
Bestand.  David
Irving comments: | DO we detect a whiff of
smoke rising from more book pyres in the
future? Druffel Verlag, which published my
Hitler biography without my permission or
licence, is indeed a rightwing publishing
house, owned by the son-in-law of
Sündermann, deputy Reich press
chief. Herbert
Fleissner, CEO of Germany's Langen
Müller Verlag, secretly "sold" him a
license to publish my book, long after
Fleissner had lost all rights in the book;
but he refused to provide a written
contract to Druffel, because of course
that would be evidence of his illegal
action. I would never have
allowed Druffel to publish my flagship
book. Nor did I ever receive a penny from
Fleissner's illicit deal. In England we
call that embezzlement, fraud or plain
thievery. Note that the president
of Germany's
Jügendgefährdende
Prüfstelle, their censorship
authority, confirms in the article that
none of my books is (or ever has been)
banned in that country. Go figure.
Dossier
on Herbert Fleissner
Letter
to Dr Gerd Sudholt of Druffel
Verlag
| Pikant: Die drei Bücher stammen von der
rechtsextremen Szene zugerechneten Verlagen. Das
belegen die entsprechenden
Verfassungsschutzberichte des Bundes und des
Freistaates Sachsen.Bei den Büchern handelt es sich um die
folgenden Titel: "Nürnberg - die letzte
Schlacht. Hinter den Kulissen der
Siegerjustiz "
(Grabert Verlag), "Führer und Reichskanzler.
Adolf Hitler 1933-1945" (Druffel-Verlag), "Das
Reich hört mit. Görings ,Forschungsamt':
Der geheimste Nachrichtendienst des Dritten
Reiches" (Arndt Verlag). Mittweidas Bürgermeister Matthias
Damm zeigte sich am Donnerstag überrascht
davon, dass derartige Bücher überhaupt im
Bestand sind. Er kündigte eine umgehende
Prüfung an: "Ich will wissen, seit wann die
Bücher in der Bibliothek sind und wie sie
dorthin gelangt sind." Am Abend kündigte er
an, die Titel umgehend entfernen zu lassen. Auch
in zwei weiteren Bibliotheken wurde die "Freie
Presse" fündig: in Rochlitz steht das
Irving-Buch "Die Tragödie der Deutschen
Luftwaffe" und in Freiberg der gleiche Titel sowie
eine Biografie über Hermann Göring
im Regal. Gabriele Hohmann, Leiterin der
Rochlitzer Bücherei, kündigte am
Donnerstag an: "Das Buch wird sofort aus unserem
Bestand entfernt." Die Pressesprecherin der Stadt
Freiberg, Katharina Wegelt, erklärte: "Es wird
geprüft und umgehend aus dem Bestand
genommen."
Der Brite David Irving wurde im
November 2005 aufgrund eines 1989 gegen ihn
ausgestellten Haftbefehls in Österreich
festgenommen und im Februar 2006 zu drei Jahren
Haft verurteilt, von denen er 13 Monate
absaß. Bis heute sind
seine Bücher in Deutschland nicht
verboten. Dazu erklärte Elke
Monssen-Engberding, Vorsitzende der
Bundesprüfstelle für
jugendgefährdende Medien: "Wir können
erst tätig werden, wenn wir von Behörden
damit beauftragt werden." Das sei im vorliegenden
Fall aber noch nicht geschehen. Dirk Wilking, Experte für
extremistische Schriften, nannte die
Irving-Bücher in öffentlichen
Bibliotheken eine Geschmacklosigkeit: "Das muss
selbst dem größten Depp einleuchten,
dass das nicht geht."  
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